03, Leuchtender Tag, 1999

03, Leuchtender Tag, Pb, 1999
03, Leuchtender Tag, Pb, 1999

3) „Leuchtender Tag”, 60 x 80 cm, Öl auf Leinwand, September 1998. Verona-Serie. Bei diesem Bild habe ich über das Ankommen am Zielort der Reise nachgedacht. Mit der Stimme eines bestimmten Kunstgeschichteprofessors im Kopf ist mir der Satz zu Giottos „Ankunft bei den Hirten” eingefallen: Die Ankunft sei ein leuchtendes Ereignis, das in der Zukunft liege. Das ist ein schöner Satz, und ich habe ihn weitergesponnen und festgestellt, dass das Ankommen immer etwas ist, das vor dem wirklichen Ankommen und sofort danach beschönigt wird. Diesen Umstand habe ich mit Gelb, Orange und Rot malen müssen. Selten erzählt jemand nach einer Reise, dass das Ankommen immer mit einer Reihe von Enttäuschungen verbunden ist. Aus der Ferne waren die Dächer und Türme schön zu sehen, aber sie sind viel zu lange in der Ferne geblieben, weil es einen kilometerlangen Stau gab. Das Quartier war auch kein schönes in der Altstadt, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern das erste Hotel, das gerade dort lag, wo man das erste Mal abbiegen durfte. Bei mir ist das Ankommen eigentlich immer mit einem „Anfangsgrant” verbunden, erst nach einem mal Schlafen bin ich imstande, auch etwas Angenehmes wahrzunehmen. Die anderen Verona-Bilder im Katalog gehen einerseits auf entspanntere Situationen zurück, andererseits habe ich vor Ort nur die Skizzen gezeichnet. Die Bilder aus dem Hinterher können dann so aussehen, als wäre alles in der Stadt nur schön gewesen.

3) „Shining Day“ oil on canvas, 60 cm by 80 cm, September 1999, Verona-series. Painting this picture I was thinking of the arrival at a destination. Having the voice of one of my professors of art history in my mind, a sentence about Giotto’s „Arrival at the shepherds“ came back to me: „The arrival is a shining event in the future.“ This is a beautiful sentence which I developed a bit further and finally I realized that the arrival is an event that is being glossed over before it actually happens and quickly after it happened. I felt forced to express this by using the colours yellow, orange and red. Hardly anyone admits that an arrival involved disappointment. From a distance the roofs, towers and steeples were beautiful to look at but they remained too long in the distance because of a tailback. My destination was not a lovely accommodation in the old town as I had expected but it was the first hotel after we were able to get out of the traffic jam. When I arrive at a destination I am usually in a bad mood and only the next morning I am capable of realizing pleasant things. The other „Verona paintings“ in the catalogue refer to more relaxed situations and usually I only draw sketches on the spot and paint the pictures at a later time. This may give the impression as if everything in the town was lovely.