26- Andeutungen auf Blau

26, Andeutungen auf Blau, frühere Kataloge, 1999
26, Andeutungen auf Blau,
frühere Kataloge, 1999

26, Andeutungen auf Blau, Öl auf Leinwand, 90 x 70 cm, 1997.
Im Grunde ist nichts Besonderes angedeutet, höchstens der Gedanke, dass ich „abstrakte Bilder” erstens immer als Nachahmung der Zeitgenossen empfinde, zweitens meist als unfertig. Und es trifft auf die meisten abstrakten Bilder nicht zu, dass man beim Betrachten zu wer weiß wieviel Assoziationen angeregt wird. Von diesem hier vielleicht dazu, dass die Farbe Blau für ein Bild angeblich dem österreichischen Durchschnittsgeschmack entspricht. Für mich ist das Wesentliche auf diesem Bild das „i”. Zufällig fällt der Anfangsbuchstabe meines Vornamens mit dem von „Ich” zusammen. Dieses Bild ist mir selbst gewidmet in Stellvertretung für alle Maler oder auch für alle Künstler mitsamt ihrem Ich-Kult. In der Folge weiche ich auf die dritte Person aus, weil es leichter fällt, über „sie” zu urteilen als über mich. Schließlich muss ich mit mir lebenslänglich auskommen. Von den Bildern lebender Maler gefallen ihnen im Grunde immer nur die eigenen. Manche knien ganz offensichtlich voll Bewunderung vor den eigenen Werken, andere scheinen ein distanzierteres Verhältnis zu ihrer Kunst zu haben. Ein Anflug von Selbstkritik reicht aber nur soweit, bis sich ein anderer negativ äußert, dann nehmen sie sofort Verteidigungshaltung ein. Sehen sie die Bilder eines anderen Malers, wollen sie ihm unbedingt zeigen, wie schön dagegen erst die sind, die sie selber machen. Oder sie bieten sich gar als Lehrer an, damit der andere Künstler auch einmal dorthin kommt, wo er jetzt schon zu sein glaubt: am höchsten Stand der künstlerischen Entwicklung.

26, Suggestions in Blue, oil on canvas, 90 cm by 70 cm, 1997;
Basically nothing special is suggested, at best the idea that I regard „abstract paintings“ first as imitations of contemporaries and second as unfinished. For most abstract paintings it is not true that when looking at them one is inspired to see a lot into them. Maybe you can draw the conclusion from my painting that the colour blue is said to meet the average taste of the Austrians. For me the „I“ is essential in this painting. It means I and happens to be the first letter of my first name. I dedicated this painting to myself in place of all the painters or artists and their cult of self. Subsequently I will use the third person because it is easier to judge on „them“ than on me. After all I have to get along with myself for the rest of my life. Basically of all the pictures of living artists they prefer their own paintings. Some of them kneel before their own works in admiration, others seem to have a distant relationship to their own art. A hint of self-criticism only lasts as long as no-one else criticizes them or their works. When they see the pictures of another painter they are bent on showing him/her how wonderful their own pictures are. Or they offer their services as teachers to help the other artist to get where they already are that is on the peak of their artistic development.