Farbiges Warten, Band7, Inhalt

Monat: Februar 2016

  • fwbd02,17, Gitternetzlinien auf Rot

    fwbd2,17, Gitternetzlinien

    fwbd2,17, Gitternetzlinien auf Rot oder So stelle ich mir Japan vor, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm, 2005. Als Nebenergebnis der Lektüre des Romans „Tanz mit dem Schafsmann“ von Haruki Murakami entstand dieses Bild, das die in mir erzeugten Vorstellungen von Japan mit meiner vertrauten Welt verbindet. Auf die Einladung, mit meinem Katalog Farbiges Warten an der Buchmesse in Tokio teilzunehmen und persönlich zu kommen, habe ich ganz schüchtern reagiert, ich hätte doch nur den einen Katalog. Worauf Herr Ohshiro Mamiko ganz verständnislos über meine Haltung entgegnete, ja, aber Sie haben einen Katalog. Darüber hinaus sei es in diesem Fall umso wichtiger, selber zu kommen. Er hat ja Recht, aber ich bin vorläufig zuhause geblieben, um Japan noch als Vorstellungsbild in mir bestehen zu lassen.

    fwbd2,17, Gridline on Red Background, or this is how I imagine Japan, oil on canvas, 100 cm by 100 cm, 2005: This painting developed as a side-effect of reading the novel ‘Dance Dance Dance’ by Haruki Murakami. The picture combines my visions of Japan with the familiar world around me. I was invited to attend the Tokyo Book Fair with my catalogue ‘Colouful Waiting’ and to travel there. I answered timidly that this was my only catalogue, whereupon M Ohshiro Mamiko blankly replied: “But you have a catalogue.” In this case it would be even more important to go there myself. He is right but I stayed at home to retain my vision of Japan.

  • fwbd2,19, Stillleben mit Wäscheleinen

    fwbd2,19, Stillleben mit Wäscheleine

    fwbd2,19, Wäscheleinen, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2005: Als Steigerung meiner Stilleben mit nur einer Wäscheleine (siehe z.B. Fammi vedere Katalog, Bild Nr. 3), die ich seit einigen Jahren immer wieder auch in Form von Miniaturen gemalt habe, entstand dieses Bild mit den vielen hintereinandergelagerten Wäscheleinen. Statt jedes Mal ein neues Bild zu beginnen, wiederhole ich den Gegenstand meines Interesses so oft, wie er auf einer einzigen Leinwand Platz hat. Dass ich das Bild in der Phase der ständigen Medienberichte über notwendige Einsparungen gemalt habe, kann kein Zufall sein, da ich wie die anderen Künstler ja auch nur ein Kind meiner Zeit bin.

    fwbd2,19, Clotheslines, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2005: I painted this picture with many clotheslines in a row as a progression of my still lifes with only one clothesline (see catalogue ‘Fammi vedere’, picture no. 3). I have been using this motive also in miniatures for years. Instead of starting a new picture every time I repainted the object of my interest as often as there was room for it on a single canvas. It is not a coincidence that I painted this picture at a time where the media constantly reported about necessary economies because like any other artist I am of today.

  • fwbd2,20, Blätter eines Baumes

    fwbd2,20, Blätter eines Baumes,

    fwbd2,20, Blätter eines Baumes, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2006. Die Malerei ist etwas, das wächst und wächst, vergleichbar mit einem Baum, der bunte Blätter treibt. Während ich andere oft sagen höre, es gäbe zu viele Maler, denke ich nach wie vor, es gibt immer viel zu wenige und erst recht immer zu wenig Kunstwerke. Selbst wenn ein einzelner in seiner malerischen Laufbahn zweitausend Bilder malen würde, wäre das immer noch nichts, verglichen mit der industriellen Produktion eines beliebigen Gegenstandes. Weswegen jedes einzelne Werk, das ein Künstler hervorbringt, an sich schon erhaben über jedes Argument ist, das dem Banker in uns dazu einfallen könnte.

    fwbd2,20, Leaves of a tree, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2006: Painting is something that keeps growing like a tree which shoots forth colourful leaves. While I often hear others say that there are too many painters I still think there are too few and certainly too few works of art. Even if someone would paint two thousand pictures in their career it would not be much compared to the industrial production of any object. Therefore every single piece of work by an artist is beyond any argument the banker in us could think of.

  • fwbd2,21, Freitreppe auf Blau

    fwbd2,21, Freitreppe auf Blau

    fwbd2,21, Freitreppe auf Blau, Öl auf Leinwand, 50 x 70 cm, 2005. Das Begonnene einfach fortsetzen. In einer kürzeren Ausführung, wäre die weiße Treppe auf meinem blauen Bild auch schon eine. Also ist diese Treppe als gerade auch zu einer Form von Freiheit führt. Wie ich das Malen selbst betreibe, bis ich einen Gedanken einmal fertig durchdacht habe, entwickelt sich das Bild im Idealzustand zu einem, das in irgendeinem Punkt zu einer vorläufigen Bereiung führt.

    fwbd2,21, Stairway on Blue Background, oil on canvas, 50 cm by 70 cm, 2005: Continuing something started. In a shorter version the white stairs on my blue painting would be one. Therefore these stairs are over-qualified, which just leads to some sort of freedom. The way I paint, while I elaborate an idea, the picture ideally develops into one which at some point leads to temporary liberation.

  • fwbd2,22, Grünes Treppenbild

    fwbd2,22, Grünes Treppenbild

    fwbd2,22, Grünes Treppenbild, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 200/2005: Als Variante der Bilder, die das kontinuierliche Weiterbauen als Leitmotiv haben, war dieses in der engeren Wahl für die Otto Wagner Galerie, die im Psychiatrischen Krankenhaus auf den Baumgartner Höhen eingerichtet wurde. Und schließlich wurde ein Bild aus meiner Serie der Stiegenbilder ausgewählt. Das Kriterium war, ein möglichst typisches Bild des jeweiligen Malers. Mir selber kommt jedes meiner Bilder wie typisch von mir vor.

    fwbd2,22, Green Painting of Stairway, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2004/2005: This is a modification of paintings whose leitmotif is the continuing building. This picture was on the shortlist of paintings for the Otto Wagner Gallery, which was established in the psychiatric clinic on the Baumgartner Höhe, and finally one painting from my series ‘Stairway’ was chosen. The selection criterion was to find a picture characteristic of a painter. I myself think that all my paintings are characteristic of me.

  • fwbd2,23, Akt mit weißer Fußsohle

    fwbd2,23, Akt mit weißen Fußsohlen

    fwbd2,23, Akt mit weißer Fußsohle, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2002 und 2006: Mein Interesse an Aktstudien war nie brennend. Aber, an den bestehenden Akten der anderen Maler fällt mir insgesamt doch auf, dass die Fußsohlen bisher noch zu wenig betont werden. Da besteht noch ein Aufholbedarf. Ich leiste hiermit einmal einen Beitrag.

    fwbd2,23, Nude with White Sole of the Foot, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2002 and 2006: I have never been particularly interested in studies from the nude. However, when looking at Nudes by other painters I realize that they have not laid enough emphasis on the soles of the feet. There certainly is a need to catch up and with this painting I contribute my share.

  • fwbd2,24, Triest

    fwbd2,24,

    fwbd2,24, Triest, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2006: Wie in den Sommern davor, war ich auch in diesem für einige Tage mit Susanne und Gina in Triest. Eine Frau, die wir nach einem bestimmten Gebäude befragten, war zufällig dessen Eigentümerin, und sie erzählte uns, dass James Joyce in ihrem Haus gewohnt habe. Sie beobachtete unsere beeindruckten Mienen und fügte nach ein paar Augenblicken hinzu, das sei aber nicht so außergewöhnlich, denn James Joyce hätte in sehr vielen Häusern in Triest gewohnt. Weil er seine Miete nicht bezahlt hätte, sei er über kurz oder lang überall hinausgeflogen. Und wirklich fielen uns im Gehen mehrere Gedenktafeln auf, die seinen Namen trugen.

    fwbd2,24, Trieste, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2006: Like the previous summers I spent some days with Susanne and Gina in Trieste also this year. A woman who we asked for a particular building happened to be its owner. She told us that James Joyce once stayed in her house. She watched our impressed faces and after a short moment added that was not unusual because James Joyce stayed at a great number of houses in Trieste. As he did not pay the rent he was thrown out everywhere sooner or later. While we were walking on several commemorative plaques with his name actually caught our eyes.

  • fwbd2,25, Südliches Dorf, Serie

    fwbd2,25, Südliches Dorf, Serie

    fwbd2,25, Südliches Dorf, Serie, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2004: Die ursprüngliche Vorlage war der Ort Soave, der mich wegen seines klangvollen Namens interessierte. Auf der Rückreise von Verona, auch wieder mit Susanne, bin ich dort einmal stehen geblieben. Ich erinnere mich gut an das Stadttor, das die Erwartung erzeugte, dahinter komme jetzt weiß Gott was, auch weil einige Autobusse dort parkten. Im Besucherstrom spazierten wir durch das Tor und eine alte gepflasterte Dorfstraße bergauf, sahen von außen in die kleinen offenen Geschäfte hinein. Vor einem stellten sich die Leute an, um Wein zu kaufen. Es war nichts Außergewöhnliches zu sehen. Damit der Stop für etwas gut gewesen war, zeichnete ich eine schnelle Skizze, eigentlich von den beiden Türmen, die immer auf den Flaschen- Etiketten zu sehen sind, auf die ich dann aber auf meinem Bild verzichtete.

    fwbd2,25, Southern Village, series, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2004: The original model was the village of Soave, which found my interest because of its melodious name. On the way back from Verona – again with Susanne – I stopped there. I still have strong memories of the town gate, which created the expectation to find God knows what behind it. It was also because there were so many buses in the parking lot. In the stream of visitors we went through the gate and up an old paved village street and looked into the small open shops. In front of one the people queued to buy wine. We could not see anything of note. So that the stop was worth something I drew a quick sketch – actually of the two towers which are depicted on the labels of the wine bottles but finally I did not put them in my painting.

  • fwbd2,26, Rote Bauten mit einigen grünen Fenstern

    fwbd2,26, Rote Bauten

    fwbd2,26, Rote Bauten mit einigen grünen Fenstern, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2004: Während ich male, werte ich etwas auf, während ich schreibe, werte ich es ab. Für jede Kleinigkeit am Tage, die nicht so ist, wie ich sie gern hätte, muss ich mir einen Aufwertungssatz erfinden. Gehe ich zum Postkasten und er ist leer, denke ich mir, besser ein leerer Postkasten als sinnlose Post. Im Sommer kommen manchmal Ansichtskarten mit einem Satz über das Meer, von dem jeder weiß, wie der Satz lautet, ohne ihn gelesen zu haben. Besser eine Ansichtskarte mit nur einem Satz darauf, denk ich mir an einem anderen Tag, als ein leerer Postkasten.

    fwbd2,26, Red Buildings with Some Green Windows, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2004: While I am painting I am waiting for something, while I am writing I devalue it. For every triviality which does not come up to my expectations I have to make up a sentence to revalue it. When I go to my mailbox and it is empty I say to myself: “An empty mailbox is better than useless mail.” During the summer, there are sometimes postcards with one single sentence about the sea and everybody knows the sentence before reading it. “ A postcard with a single sentence is better than an empty mailbox”, I think another day.

  • fwbd2,27, Ich mal mir einen glücklichen Einfall aus

    fwbd2,27,Ich mal mir einen glücklichen Einfall aus,

    fwbd2,27, Ich male mir einen glücklichen Einfall aus, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2005: Aus diesem Bild ist unabsichtlich mein Hund Gina geworden, dem ich meine täglichen Spaziergänge verdanke, wenn auch nicht alle mit Freudensprüngen verbunden sind. Insgesamt denke ich aber, es war schon ein glücklicher Einfall von mir, endlich das Sorgerecht für einen Hund zu übernehmen. Interessanterweise hat sich mein Bekanntenkreis in der Folge ziemlich genau in zwei Hälften aufgespaltet. Ich kenne keinen, der mit Gleichgültigkeit auf einen Hund reagiert.

    fwbd2,27, I Envision a Happy Idea, oil on canvas, 60 cm by 80 cm, 2005: This painting unintentionally turned into my dog Gina to whom I owe my daily walks, even if I am not always thrilled. However, all in all it was a fortunate idea to finally take custody for my dog. Interestingly enough, my circle of friends and acquaintances has split in two halves since. I do not know anybody who reacts indifferently on a dog.